{"id":7050,"date":"2022-12-08T10:15:25","date_gmt":"2022-12-08T09:15:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.shs-capital.eu\/?p=7050"},"modified":"2026-03-06T13:56:04","modified_gmt":"2026-03-06T12:56:04","slug":"von-hippokrates-zu-blazejewski-endoskopie-im-schnelldurchlauf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.shs-capital.eu\/de\/von-hippokrates-zu-blazejewski-endoskopie-im-schnelldurchlauf\/","title":{"rendered":"Von Hippokrates zu Blazejewski: Endoskopie im Schnelldurchlauf"},"content":{"rendered":"<p>Mehr als 510.000 Darmspiegelungen zur Fr\u00fcherkennung von Darmkrebs wurden im Jahr 2019 in Deutschland durchgef\u00fchrt. Gegen\u00fcber 2018 war dies eine Steigerung um mehr als 14 Prozent. Der Fr\u00fcherkennungskoloskopie kommt eine wichtige Rolle bei der Fr\u00fcherkennung von Darmkrebs zu. Der Eingriff selbst ist heute relativ unkompliziert und schmerzfrei, dank hochmoderner Endoskopietechnik. Aber wie lange gibt es diese Technik schon?<\/p>\n<p>Endoskope in den verschiedensten Ausf\u00fchrungen sind heute aus dem medizinischen Alltag nicht mehr wegzudenken und werden in unterschiedlichen medizinischen Fachbereichen eingesetzt. Dabei ist die moderne Endoskopie noch gar nicht so alt. Im Jahr 1806 wurde erstmals im \u201eJournal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst\u201c ein 35 Zentimeter hohes Blechgef\u00e4\u00df vorgestellt. Der Frankfurter Arzt Philipp Bozzini hatte damit das erste echte Endoskop der Medizingeschichte erfunden. Die Blechr\u00f6hre war mit Papier und Leder verkleidet und senkrecht geteilt: in einer H\u00e4lfte stand eine Wachskerze, in der anderen versilberte R\u00f6hren in verschiedenen Formen. Klares Prinzip: Licht rein, Bild raus.<\/p>\n<p>Bozzini war \u00fcbrigens nicht der erste Arzt, der in den menschlichen K\u00f6rper schauen wollte. Schon Hippokrates von Kos (ca. 460 v. Chr. \u2013 370 v. Chr.) hat sich mit Mastdarmspiegelungen befasst. Und zur Zeit des r\u00f6mischen Kaisers Julian erfand der byzantinische Arzt Oreibasios (325 \u2013 403) den ersten Dauerkatheter, in dem er einen G\u00e4nsekiel in die Harnr\u00f6hre eines Patienten einf\u00fchrte.<\/p>\n<p>Im wahren Sinne Licht in die Endoskopie brachte Giulio Cesare Aranzio (1530 \u2013 1589), der in Venedig eine Camera Obscura zur Untersuchung des Inneren der Nasenh\u00f6hle einsetzte, bei der der Lichtstrahl geb\u00fcndelt wurde. Ein echter Forschritt. Der franz\u00f6sische Chirurg Antoine Jean Desormeaux schlug im Jahr 1865 dann ein ganz neues Kapitel der Endoskopie auf. Er erfand ein endoskopisches Modell und setzte als erster Bozzinis Lichtleiter ein. Desormeaux gilt deshalb als Vater der Endoskopie und baute Instrumente, die aus einem System von Spiegeln und Linsen bestanden. Als Lichtquelle diente eine offene Flamme, was f\u00fcr die Patienten nicht immer ungef\u00e4hrlich war. Hauptanwendungsgebiet von Desormeaux\u2019 Ger\u00e4t war die Urologie.<\/p>\n<p>Das erste optische Endoskop mit integrierter Lichtquelle baute der Berliner Urologe Maximilian Nitze mit Hilfe des Wiener Instrumentenmachers Josef Leiter. Dieses erste beleuchtete Zystoskop setzte Nitze im Oktober 1877 erstmals an einer Leiche und ein paar Monate sp\u00e4ter erfolgreich am lebenden Patienten ein. Ein Meilenstein in der Endoskopie. Nitze war sogar in der Lage, kleinere Eingriffe an der Blase durchzuf\u00fchren und erste fotografische Aufnahmen von Blasenbefunden zu machen. Das sogenannte Nitze-Leiter-Ger\u00e4t wurde immer weiter modifiziert, so dass in der Folge Bauchh\u00f6hlenspiegelungen (1910), Thoraskopien (1910) und Arthroskopien (1921) durchgef\u00fchrt werden konnten. Die erste erfolgreiche Magenspiegelung fand schlie\u00dflich im Jahr 1932 statt.<\/p>\n<p>Bahnbrechend war schlie\u00dflich in den 1960er Jahren der erste Einsatz einer Kaltlichtquelle durch den Tuttlinger Unternehmer Karl Storz. Er kombinierte einen Glasfaserlichtleiter mit dem Stablinsensystem des englischen Physikers Harold Hopkins.<\/p>\n<p>Parallel zum Fortschritt endoskopischer Ger\u00e4te entwickelte sich die endoskopische Chirurgie, als deren Vater der Kieler Medizinprofessor Kurt Semm gilt. Semm setzte sich stark f\u00fcr die \u201eSchl\u00fcsselloch-Chirurgie\u201c ein \u2013 und stie\u00df bei Kollegen zun\u00e4chst auf viel Widerstand. Aber er war es, der 1983 die erste laparoskopische Appendektomie durchf\u00fchrte, eine bahnbrechende Leistung des Gyn\u00e4kologen Semm, die jedoch von weiten Teilen der Chirugie zun\u00e4chst vehement abgelehnt wurde. Die Technik war jedoch nicht aufzuhalten: 1987 entfernte der Chirurg Erich M\u00fche aus dem schw\u00e4bischen B\u00f6blingen mit Hilfe von Semms Instrumenten erstmals eine Gallenblase per Bauchspiegelung.<\/p>\n<p>Heute z\u00e4hlt die Endoskopie zu den Routineeingriffen in der Medizin. Und auch die mikroinvasive Chirurgie entwickelt sich st\u00e4ndig weiter. Unternehmen wie die Blazejewski MEDI-TECH GmbH aus S\u00fcddeutschland unterst\u00fctzen diese Entwicklung mit hochmodernen, extrem leistungsstarken 2- und 3-D-Endoskopiesystemen. Mit der Entwicklung von sogenannten Chip-on-Tip-Systemen ist das Unternehmen bereits auf dem Weg zu einem weiteren Meilenstein der Endoskopie. Dabei nimmt eine Minikamera an der Spitze des Endoskops, die auf einem Chip sitzt, Bilder auf. Diese werden vom Chip blitzschnell verarbeitet und auf den Monitor im OP-Saal \u00fcbertragen. Das OP-Team bekommt so bessere Bilder, kann sicherer entscheiden und operieren. Der leidenschaftliche Ingenieur Reinhold Blazejewski ist sich sicher, dass auch mit dieser Entwicklung die spannende Geschichte der Endoskopie noch lange nicht abgeschlossen ist.<\/p>\n<p>Mehr Information \u00fcber Blazejewski: <a href=\"http:\/\/www.blazejewski.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>www.blazejewski.de<\/em><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr als 510.000 Darmspiegelungen zur Fr\u00fcherkennung von Darmkrebs wurden im Jahr 2019 in Deutschland durchgef\u00fchrt. Gegen\u00fcber 2018 war dies eine Steigerung um mehr als 14 Prozent. Der Fr\u00fcherkennungskoloskopie kommt eine wichtige Rolle bei der Fr\u00fcherkennung von Darmkrebs zu. Der Eingriff selbst ist heute relativ unkompliziert und schmerzfrei, dank hochmoderner Endoskopietechnik. 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